ÖKO-Fahrkurs

Spritsparend Auto fahren

In Zeiten, wo Spritpreise steigen, sind Gedanken um eine benzinsparende Fahrweise wichtig. Aber auch aus ökologischer Sicht ist es sinnvoll, wenn wir mit Energie haushalten. Wir verbrauchen in den Industrieländern eh alle zu viel Energie, was langfristig nicht aufgehen wird.

Interessant ist, dass es eigentlich nur eine schlechte Angewohnheit ist, die für vielleicht 1-2 Liter mehr Benzin pro 100 Km sorgt. Und dann fahren wir mit dieser schlechten Angewohnheit vielleicht 40-60 Jahre und verbrauchen Jahr für Jahr hunderte Liter Treibstoff sinnlos.

Wir verlieren oft nichts, wenn wir uns einfach umgewöhnen. Es braucht nur ein paar Wochen achtsamen Fahrens und ein wenig Verständnis für die Thematik. Mit letzterem möchte ich hier beitragen. Ich würde mich freuen, wenn Sie bald auch zu den energiesparenden Autofahrern gehören.

Grundsätze

Wenn man ein grundlegendes Verständnis dafür entwickelt, wann ein Motor wenig Sprit braucht, kann man immer wieder neue Ideen entwickeln, Benzin oder Diesel zu sparen. Bei allen Tipps spielen diese grundsätzlichen Dinge immer eine Rolle.

  • Niedertourig- Ein Motor braucht umso mehr Treibstoff, je schneller er dreht. Deshalb sollte man immer den Gang wählen, bei dem die Motordrehzahl am niedrigsten ist. Natürlich gibt es hier Grenzen, weil die Leistung im niedrigen Drehzahlbereich gering ist. Auch braucht es eine Mindestdrehzahl, sonst quält man den Motor (dumpfe/tiefe Resonanzen und Vibrationen). Niedertourig meint, dass man bei einer Geschwindigkeit von 50 Km/h nicht mit dem 3. Gang sondern mit dem 4. oder 5. Gang fährt, insofern der Motor dort noch genügend Leistung hat.
  • Motor muss leisten- Nur ein gut beanspruchter Motor ist effizient. Ein Motor im Leerlauf verbraucht die ganze Energie, nur um sich selber am Laufen zu halten. Je mehr ein Motor leistet, umso besser wird das Verhältnis zwischen genutzter Energie und Verlusten. Das bedeutet z.B., dass ein Motor im 5. Gang bei 50 Km/h mehr an seiner Leistungsgrenze ist, als im 3. Gang. Auch bedeutet es mitunter, dass bei Bergauffahrten, wo ein Motor richtig was leisten muss, er effizienter arbeitet. Man braucht zwar mehr Sprit, die Energiebilanz ist aber besser.
  • Gas muss passen- Wenn ein Motor nur langsam Gas annimmt, weil man ihn niedertourig fährt, ist es ungünstig, wenn man das Gaspedal weiter durchtritt. Man möchte dem Motor mehr abverlangen, als er kann. Man sollte nicht über den Punkt gehen, wo ein mehr an Gas, nicht zu einer Veränderung der Beschleunigung führt. Vollgas oder abrupter Gaswechsel ist fürs Spritsparen ungünstig. In diesen Fällen geht die Motorelektronik davon aus, dass man stark beschleunigen will und spritzt deshalb ein fettes Gemisch ein. Trotzdem gilt: Nicht zu zaghaft! Mit möglichst viel Gas niedertourig beschleunigen und früh schalten. Je schneller die hohen Gänge erreicht werden, umso besser. Niedere Gänge fressen Sprit!
  • wenig Geschwindigkeitswechsel- Jeder Wechsel der Geschwindigkeit verbraucht zusätzlich Energie durch beschleunigen und bremsen. Oft kann man diese Wechsel durch vorausschauendes Fahren vermeiden.
  • Kalter Motor ist gefräßig- Bis ein Motor die Betriebstemperatur erreicht, ist er ziemlich ineffizient. Jeder kennt den erhöhten Verbrauch bei Kurzstrecken. Ein Motor kann auf den ersten 2 Kilometern durchaus das doppelte bis dreifache verbrauchen.
  • Unnützes vermeiden- Ein Motor muss nicht laufen, wenn man 5 Minuten vor einer Bahnschranke steht. Bei Bergabfahrten muss nicht noch zusätzlich Gas gegeben werden. Oft hat man es gar nicht eilig und fährt trotzdem mit 160 Km/h über die Autobahn. Die 300 m zum Briefkasten kann man auch mal laufen. Es gibt viele Dinge, die einfach unnütz sind.
  • Effizenz des Fahrwerks- Neben dem Motor ist es wichtig, dass der Rest des Autos effizient funktioniert. Ein Dachgepäckträger kostet viel Luftwiderstand, schlaffe Reifen verursachen viel Rollwiderstand, unnötiger Ballast erhöht die Masse und kostet ebenfalls Energie. Wenn die Lichtmaschine viel leisten muss, verbraucht das natürlich auch mehr Sprit. Ebenso ist es mit der Klimaanlage, die beim Kühlen recht viel Energie verbraucht.

Tipps

  • Zeitig Hochschalten- Je zeitiger man hochschaltet, umso niedertouriger fährt man. Der häufigste Fehler ist, dass zu spät hochgeschaltet wird. Wann ist der rechte Zeitpunkt zum hochschalten? Man kann es ausprobieren. Wenn der nächste Gang ohne zu ruckeln greift, dann passt es in der Regel. Hierbei tastet man sich an den untersten Punkt heran, wo der Motor nicht mehr sauber läuft oder nicht mehr genug Leistung hat. Der Motor sollte also nicht stark vibrieren oder ruckeln. So kann man erreichen, dass der Motor während des Hochschaltens im Bereich zwischen 1200 Upm und 2500 Upm läuft bzw. der nächsthöhere Gang mit 1200-1600 Umdrehungen begonnen wird. Hier gilt also vor allem experimentieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wo man schon schalten kann. Übrigens kann man selbst in der Stadt bei vielen Autos im 5. Gang fahren. Lediglich, wenn man schnell beschleunigen muss, ist ein niedrigerer Gang zu wählen. Und dann sollte man die Gänge auch mehr ausfahren.
  • Vorausschauend fahren- Jedes Bremsen und Beschleunigen verbraucht zusätzlich Sprit, oft unnötig. Wenn man eine rote Ampel früher wahrnimmt und den Wagen ausrollen lässt, spart das. Hängt man wie ein Magnet am vorausfahrenden Auto, macht man jede Änderung der Beschleunigung mit. Hält man etwas mehr Abstand, kann man Geschwindigkeitsdifferenzen besser ausgleichen, ohne bremsen oder beschleunigen zu müssen. Auf eine Kurve kann man ebenfalls ausrollend zu fahren. Es geht immer darum, möglichst früh Situationen zu erkennen, wo ein Tempowechsel nötig ist. Vorausschauend fahren heißt auch vorausschauend lenken. Dadurch lässt sich manchmal ein Bremsmanöver sparen.
  • Zügig beschleunigen- Wer langsam beschleunigt, fährt lange in uneffizienten niedrigen Gängen. Wenn der Weg also frei ist, dann beschleunigt man zügig, um möglichst schnell den höchsten Gang zu erreichen. Jedoch gilt hier, das Gaspedal nicht weiter durchzutreten, als der Wagen Gas annimmt. Diesen kritischen Punkt muss man erspüren lernen. Es ist der Punkt, wo ein Mehr an Gas nicht mehr zu einer Beschleunigungsänderung führt. Wo also platt gesagt, bei mehr nichts passiert.
  • Geschwindigkeitsänderungen vermeiden- Ziel des vorausschauenden Fahrens war es ja bereits, sich möglichst gleichförmig zu bewegen. Das gilt z.B. auch für Autobahnfahrten. Ständiges Beschleunigen und Abbremsen bei Überholvorgängen kostet viel Sprit.
  • Leerlauf und Schubabschaltung nutzen- Sobald zu erkennen ist, dass die Geschwindigkeit verringert werden muss, vollständig runter vom Gas. Die Schubabschaltung sorgt dann dafür, dass kein Sprit mehr eingespritzt wird. Das ist sparsamer als Leerlauf mit herausgenommenen Gang. Im Leerlauf muss der Motor nämlich Treibstoff einspritzen, damit er weiterläuft. Wenn ein Gang drin ist, wird er geschoben. Das gilt auch für Bergabfahrten. Lässt man den Gang drin und geht vollständig vom Gas, wird kein Sprit verbraucht. Und es schont die Bremsen, weil der Motor mitbremst. Schubabschaltung sollten alle Autos ab Baujahr 1990 haben. Ob Leerlauf oder Schubabschaltung - dafür gibt es folgende Regel: Müsste man die Geschwindigkeit durch Bremsen verringern, lässt man den Gang drin. Der Motor bremst so. Man kann auch einen niedrigeren Gang einlegen, um stärker mit dem Motor zu bremsen. Möchte man dagegen möglichst weit rollen und dabei möglichst wenig Geschwindigkeit verlieren, macht man den Gang raus und rollt im Leerlauf. Hierbei muss der Motor nicht gezogen werden, er bremst das Auto also nicht ab.
  • Reifen- Je höher der Luftdruck (im zulässigen Bereich), umso geringer ist in der Regel der Rollwiderstand. Wenn Rekorde in Sachen Spritsparen gefahren werden, wird meist der maximal zulässige Luftdruck genommen, den die Reifen aushalten (typisch 2.5 - 3.0 bar). Zu niedriger Luftdruck dagegen ist gänzlich ungünstig, für die Fahreigenschaften und für den Verbrauch. Beachten sollte man, dass sich bei warmen Reifen der Luftdruck um 0.2 - 0.4 bar erhöht. In der Reparatur-Buch-Reihe "Jetzt helfe ich mir selbst" wird empfohlen, bei spritsparenden Anforderungen etwa 0.2 bar mehr aufzupumpen, als vorgeschrieben. Spritsparexperten sagen dass man möglichst immer mit 3 bar fahren sollte, insofern die Reifen dafür ausgelegt sind ( 44psi, steht auf den Reifen im Kleingedruckten ) Sie betonen, dass das nur Vorteile hat, es weder zu einem längeren Bremsweg kommt, noch die Straßenlage schlechter ist. Auch die gängige Vorstellung, dass die Reifen sich dadurch innen mehr abnutzen,( passiert nur bei Diagonalreifen ) verwirft er. Reifen werden zudem mit 30 bar Berstdruck geprüft (dem zehnfachen des Normaldruckes), so dass der empfohlene Maximaldruck der Reifen (typisch 3 bar) keine Gefahr darstellt. Der Luftdruck sollte spätestens alle 2 Monate überprüft werden. Stellt sich dabei heraus, dass der Reifendruck stark abgenommen hat, muss man das Intervall verkürzen. Ich vermute, dass man über einen optimierten Luftdruck 0.5 - 1 Liter/100 Km einsparen kann.
  • Ausmisten- In manchem Auto wird regelmäßig die halbe Wohnung mit herumgefahren. Man sollte unnötigen Ballast von Bord werfen. Ein paar wenige Kilo sind dabei sicherlich kein Problem, wer aber Zementsäcke regelmäßig mit sich rumfährt, braucht deutlich mehr Sprit. Pro 100 Kilo etwa 0.6 Liter.
  • Warten: Motor aus- Überall, wo man ein wenig länger warten muss, lohnt es sich, den Motor auszuschalten. Sicherlich nicht an jeder Ampel, es gibt aber auch da welche, wo man genau weiß, dass man jetzt 1-2 Minuten warten muss. Mitunter wird bereits unter 20 Sekunden Wartezeit empfohlen, den Motor auszuschalten. Anlasser sollen angeblich so ausgelegt sein, dass sie die häufigen Starts vertragen. Spritsparexperte Rainer Zeltwanger sagte hierzu, dass man den Motor auch bei kurzen Warteperioden ausschalten sollte. Batterie und Anlasser vertragen dass und der Einspareffekt stellt sich auch bei kurzen Warteperioden ein. Anlasser sind für etwa 100.000 Startvorgänge ausgelegt. Selbst wenn man alle 2 km startet, würde der dann 200.000 Km durchhalten.
  • Starten: Kein Gas- Bei manchen alten Autos musste man beim Starten Gas geben, damit sie besser ansprangen. Spätestens seit die Elektronik in Autos Einzug gehalten hat, ist dies unsinnig. Man startet am besten, ohne Gas zu geben. Alles andere kostet sinnlos Sprit und kann sogar die Motorsteuerung durcheinander bringen.
  • Starten: Nicht warmlaufen lassen- Im Winter muss ein Motor nicht warmlaufen, wie man es früher mal gemacht hat. Davon wird heutzutage allgemein abgeraten. Es verbraucht mehr Sprit und ist umweltbelastend. Der Motor wird dadurch auch nicht geschont, es ist besser, ihn mit mäßiger Drehzahl warm zu fahren. Wer spritsparend fährt, fährt eh recht niedertourig.
  • Öfters mal gemütlich fahren- Nicht immer hat man es eilig. Doch aus Gewohnheit fährt man zügig. Wer hier ein wenig achtsam ist, kann eine Menge Sprit sparen. 1-2 Liter auf 100 Km, wenn man mit 90 Km/h anstatt mit 150 km/h über die Autobahn fährt. Tests des TÜV Essen (2006) haben gezeigt, dass viele moderne Autos bei Geschwindigkeiten über 120 Km/h ineffizient werden. Das Gemisch wird angefettet, so dass unverbranntes Benzin über den Auspuff geht. Auch wird teilweise die Regelung für den KAT abgeschaltet. Der Kohlenmonoxydausstoß erhöht sich stark (Umweltbelastung).
  • Kurzstrecken vermeiden- Kurzstrecken sind wahre Energiefresser. Der Motor verbraucht im kalten Zustand jede Menge Sprit. Öfters ist es sinnvoll, lieber ein Stück zu Fuß zu laufen oder mit dem Rad zu fahren. Auch kann man mehrere Kurzstrecken miteinander kombinieren. Der Motor ist so noch warm und verbraucht dadurch weniger.
  • Fahrgemeinschaften- Sorgen dafür, dass nicht doppelt oder dreifach Sprit verfahren wird. Wichtig ist, ein günstiges System mit allen Beteiligten auszuhandeln, so dass jeder davon profitiert. Das gewährleistet, das auch jeder finanziell motiviert ist, dies zu tun.
  • Schmale Reifen- Wenn Reifenwechsel angesagt ist, sollte man aus Spritspargründen die schmalere Variante wählen, die für das Auto zugelassen ist. Schmalere Reifen haben auch bei Nässe bessere Fahreigenschaften (Aquaplaning).
  • Dachträger runter- Klar, dass alles, was den Luftwiderstand erhöht, nach Möglichkeit abgebaut werden sollte. Dazu gehören Dachträger oder Fahrradträger, die am Heck montiert werden. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten wirkt sich das stark auf den Spritverbrauch aus. Wenn Fahrräder transportiert werden sollen, sind Heckträger die spritsparendere Variante.
  • Fenster zu- Wo möglich, ist es besser, die Fenster geschlossen zu lassen. Besonders bei hohen Geschwindigkeiten. Bei offenen Fenstern erhöht sich der Luftwiderstand, was z.B. 0.5-1 Liter mehr Sprit bedeuten kann.
  • Klimaanlage sparsam verwenden- Wenn eine Klimaanlage viel zu kühlen hat, verbraucht sie auch viel Energie. Entscheidend dabei ist die Temperaturdifferenz zwischen Außen und Innen. 1 Liter Treibstoff pro Stunde und mehr kann eine Klimaanlage verbrauchen. Bei Langstrecken hilft sie jedoch dem Fahrer, konzentriert dem Verkehr zu folgen, unterstützt also die Fahrsicherheit. Wenn man kühlt, sollten die Fenster zu bleiben. Und man sollte die Temperatur beim Kühlen nicht zu niedrig wählen. Wer dosiert kühlt, verbraucht etwa 0.3-0.7 Liter/Stunde Treibstoff, das sind derzeit etwa 50 ct - 1 Euro pro Stunde.

Tipps für Automatikwagen

Wo man bei Schaltgetrieben sehr gut Einflussmöglichkeiten auf den Spritverbrauch hat, ist das bei Automatikgetrieben nicht so einfach möglich. Mitunter besitzen sie einen Economy-Modus, der bewirkt, dass früher hochgeschaltet wird, womit der Wagen dann nicht so schnell beschleunigt. Das ist schon mal eine Möglichkeit, spritsparender zu fahren.

Bei Automatikgetrieben bleibt jedoch oft eine gute Steuerungsmöglichkeit über das Gaspedal. Wenn man weit durchtritt, wird jeder Gang weit ausgefahren, was hohe Drehzahlen bedeutet und damit viel Sprit verbraucht. Wird nur sanft Gas gegeben, schaltet das Getriebe viel früher hoch, jedoch verbringt man lange in niedrigen Gängen, was auch wieder mehr Spritverbrauch bedeutet.

Man kann sich jedoch eines Tricks bedienen: Das Gaspedal recht weit durchtreten bis man hört, dass der nächste Gang fällig ist. Der nächste Gang sollte bei spritsparender Fahrweise ja schon recht früh eingelegt werden. In dem Moment also, wo man gerne möchte, dass der Wagen hochschaltet, gibt man das Gaspedal fast komplett frei, um dann wieder mehr Gas zu geben. In dem Moment, wo weniger Gas gegeben wird, schaltet das Automatikgetriebe hoch. Dies deshalb weil bei wenig Gas das Getriebe viel früher schaltet. Dann gibt man wieder mehr Gas, um möglichst schnell in diesem Gang die nächste Schaltschwelle zu erreichen. Dann wieder vom Gas runtergehen, damit das Automatikgetriebe gewillt ist, jetzt schon zu schalten.

Mit ein wenig Übung kann man so sehr gut Einfluss auf das Schalten nehmen. Ausprobiert habe ich das mit einem Smart 6 Gang Automatik und auch mit einem Mercedes der C-Klasse.

Wem das zu kompliziert ist, tut generell gut daran, mäßig zu beschleunigen, damit das Getriebe möglichst frühzeitig hochschaltet.

Ganz durchtreten sollte man das Gaspedal übrigens nur, wenn man viel Beschleunigung braucht. Hierbei ist es oft so, dass die Automatik wieder runterschaltet, um besser beschleunigen zu können (Kick-Down).

Wichtig ist auch, in hohen Gängen möglichst sanft Gas zu geben, nicht mehr Beschleunigung abzufordern, als nötig. Sonst schaltet das Getriebe nämlich wieder runter, was zu mehr Verbrauch führt.

Im Grunde gilt für Automatikwagen, alles bereits Gesagte, nur dass man hier durch geschicktes Gasgeben das Getriebe so steuern muss, dass es spritsparend schaltet.

Warnung

Ich möchte hier eingehend vor bestimmten Experimenten in Sachen >Spritsparend fahren< warnen. Die größte Gefahr besteht, wenn man beim Bergabfahren den Motor abschaltet. Damit funktioniert der Bremskraftvestärker nicht mehr ( nur noch ca. 3 Bremsungen möglich), den heutzutage nahezu alle Autos haben. Wie gering die Bremswirkung ist, wenn dieser ausfällt, wissen viele nicht. Der Schreck über die geringe Bremswirkung führt oft dazu, dass nicht mit aller Kraft durchgetreten wird und dann schwere Unfälle passieren. Mitunter ist es ja sinnvoll, den Gang herauszunehmen, um Sprit zu sparen. Dies könnte dann gefährlich werden, wenn man in einer Gefahrensituation schnell beschleunigen will. Man muss dann ja erstmal wieder einen Gang einlegen. Ich halte das für wenig kritisch, die Gefahr muss aber jeder für sich selber abschätzen.

Spritsparmittelchen

Mitunter werden alle möglichen Spritsparmittelchen beworben, mit denen man 1 Liter und mehr auf 100 Km einsparen können soll. Dies sind z.B. Benzin- oder Ölzusätze, spezielle Öle oder magnetische Wunderkästchen, die man an die Benzinleitung klemmt.

Der Einspareffekt solcher Mittel ist meist nur psychologischer Natur. Messbar wird nämlich oftmals gar nichts oder nur marginal eingespart. Der ADAC testet immer wieder mal solche Mittelchen, bei denen der Einspareffekt meist nicht nachweisbar war.

Man kann natürlich nie sagen, dass all diese Mittel nicht funktionieren, man sollte aber hier sehr skeptisch sein und sich näher erkundigen.

Mit modernen synthetischen Motorölen soll man angeblich auch viel Sprit sparen. Meine Erfahrungen waren ernüchternd. Wenn, dann wird man wahrscheinlich nur in der Warmlaufphase vor allem im Winter einen merklichen Einspareffekt haben. Wenn man also viel Kurzstrecken fährt, könnte das etwas bringen. Ob mit synthetischen Hochleistungsölen die Lebensdauer des Motors verlängert wird, wäre eine weitere Frage. Wenn ich jedoch sehe, wie langlebig heute Motoren auch mit normalem Öl sind, verleitet mich auch dieses Argument nicht zum Kauf von solchen Schmierstoffen.

Oft hört man, dass man Sprit spart, wenn man Super-Plus oder noch bessere Spezialtreibstoffe tankt. Die höheren Oktanwerte bedeuten aber nicht einen höheren Brennwert. Man holt nur dann mehr heraus, wenn der Motor durch eine automatische Klopfregelung die Steuerung der Einspritzanlage bei höheren Oktanwerten verändert. In so einem Fall kann der Motor bei höheren Oktanwerten effizienter arbeiten. Praktisch sind diese Effekte oft vernachlässigbar, fast immer sind die Mehrkosten dieser Spritsorten wesentlich höher, als die Einspareffekte.

Im Bereich Spezialtreibstoffe funktioniert die Täuschung gut - gefühlt ist die Verbesserung oft wesentlich höher, als real messbar. Insofern verkauft sich das Zeug auch gut.

Die Diskussion, ob besser Normal- oder Super-Benzin, hat sich ja zumindest in Deutschland seit 2007 erledigt: Die Mineralölkonzerne haben sich entschieden, Normal-Benzin vom Markt zu drängen und verkaufen diesen nicht billiger als Super. Also tankt man natürlich Super.

Wach sein, experimentieren und üben

Die Tipps zu verwirklichen heißt, die nächsten Wochen dem Aspekt spritsparendes Fahren seine Aufmerksamkeit zu schenken. Gewohnheiten zu verändern, braucht Zeit und Ausdauer. Und man muss die neuen Anregungen immer wieder üben.

Nach 4-6 Wochen sollten sich neue Fahrstile gefestigt haben. Dann gehen sie in Gewohnheit über. Jetzt wird es einfach und geschieht ganz automatisch. Das ist das Wunder guter Gewohnheiten.

Ich wünsche viel Erfolg.

 

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